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Freundschaftsgedichte von Ringelnatz

Zu Beginn stellt Ringelnatz einige grundsätzliche Dinge beim Thema Freundschaft klar. Der erste Text wird jedoch durchs Essen gestört, so dass es nur folgerichtig ist, dass es beim zweiten auch irgendwie ums Trinken geht. Das dritte Freundschaftsgedicht gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem Freunde. Und beim Schlussgedicht macht Wiedersehen Freude. Man denke sich den Kriegskameraden als jemandem, mit dem man im gleichen Unternehmen geschuftet hat, dann passt der Text auch in die heutige Zeit.

Freundschaft

Erster Teil

Es darf eine Freundschaft formell sein,
Muss aber genau sein.
Eine Freundschaft kann rau sein,
Aber muss hell sein.

Denn Allzusprödes versäumt oder verdirbt
Viel. Weil manchmal der Partner ganz plötzlich stirbt.

Mehr möchte ich nicht darüber sagen.
Denn ich sitze im Speisewagen
Und fühle mich aus Freundschaft wohl
Bei »Gedämpfter Ochsenhüfte mit Wirsingkohl«.

(Aus: J. Ringelnatz, Flugzeuggedanken, Berlin 1929)

Freundschaft

Zweiter Teil

Die Liebe sei ewiger Durst.
Darauf müsste die Freundschaft bedacht sein.
Und, etwa wie Leberwurst,
Immer neu anders gemacht sein.

Damit man’s nicht überkriegt.
Wer einmal den Kanal
Überfliegt,
Merkt: Der ist so und so breit.
Und das ändert sich kaum
In menschlein-absehbarer Zeit.
Wohl aber kann man dies Zwischenraum
Schneller oder kürzer durchqueren.
Wie? Das muss die Freundschaft uns lehren.

Ach, man sollte diesen allerhöchsten Schaft,
Immer wieder einmal jünglingshaft
Überschwänglich begießen.
Eh’ uns jener ausgeschlachtete Knochenmann dahinrafft.

(Aus: J. Ringelnatz, Flugzeuggedanken, Berlin 1929)


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Ein Herz laviert nicht

Ich nenne keine Freundschaft heiß,
Die niemals, wenn’s ihr unbequem,
Den Freund zu überraschen weiß
Trotzdem.

Denn wenn sie Zeit und Mühe scheut,
Ein Unverhofft zu bringen,
Das einen Freund unendlich freut,
Dann hat sie keine Schwingen.

Den Umfang einer Wolke misst
Kein Mensch. Weil sie nicht rastet,
Noch ihre Freiheit je vergisst. –
Ich glaube: Keine Wolke ist
Mit Arbeit überlastet.

(Aus: J. Ringelnatz, Gedichte dreier Jahre, Berlin 1932)

Wiedersehen mit einem Kriegsfreund

(An Fritz Otto, Hersfeld)

Wir wurden und waren
Treue Freunde im Krieg. Und nach zehn
Und noch mehr Jahren
Habe ich dich nun wieder gesehn.

Dass die Erinnerung nicht,
Nicht die Zeit in dir stehen blieb,
Lässt mich dankbar dir ins Gesicht
Sagen: ich habe dich lieb.

Denn das Du war geblieben. –
Der Spaß, den wir trieben:
Meine Wand, deine Wand, keine Wand – –
Durch alle Wände
Schütteln sich zwei Hände.

(Aus: J. Ringelnatz, Gedichte dreier Jahre, Berlin 1932)


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